Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Kelheim steht für: Natur- und Artenschutz

Ca. 60 ha besonders ökologisch wertvoller Flächen sind inzwischen im Besitz der BN Kreisgruppe. Darunter wertvolle Buchenwälder und die  für Südbayern einzigartigen „Abensberger Sandlebensräume“ (Heide, Binnensanddünen). Seit gut 25 Jahren erfolgt die Pflege und Weiterentwicklung dieser Gebiete in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband (VöF). Erst 2016 konnte bei Weltenburg ein Scherbenacker mit seinen besonders gefährdeten Wildkräutern erworben werden. Der Ankauf wurde durch eine 90 % Förderung der Regierung von Niederbayern möglich.

Hinzu kommen unsere jährliche Amphibienaktion und  die verschiedenen Pflegearbeiten, z.B. Streurechen und „Entbuschung“ in den Naturschutzgebieten.

Trotz all dieser Naturschutzerfolge und Anstrengungen macht uns der dramatische Rückgang der Artenvielfalt in der offenen Agrarlandschaft die größten Sorgen.

In den letzten Jahren haben sich die Indikatoren für die Biodiversität und Landschaftsqualität gerade in der Agrarlandschaft, auch im Landkreis Kelheim, deutlich verschlechtert. Sie sind auf den bisher tiefsten Wert abgesunken und weit von den Zielwerten der Biodiversitätsstrategien entfernt. Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar. Es ist noch nicht gelungen, die Belastungen, denen die biologische Vielfalt in Deutschland ausgesetzt ist, so zu verringern, dass sie sich im notwendigen Maße regenerieren kann. Alleine 7000 Tierarten stehen in Deutschland auf den „Roten Liste“.

Der Bestand des Rebhuhns verringerte sich, z.B. seit 1990 in Deutschland um 90%, der Bestand des Feldsperlings verringert sich auf 2/3 und der Bestand der Kiebitze auf 1/3. Auch die Anzahl der Individuen sinkt.

Seit 1980 ging in der Agrarlandschaft Europas jeder 2. Vogel verloren.

Wann haben Sie zuletzt ihre Windschutzscheibe von Insekten gesäubert oder einen „Schwalbenschwanz“ gesehen?

Die jüngsten wissenschaftlichen Berichte von einem dramatischen Insektensterben in Deutschland sind besorgniserregend und hat auch für uns dramatische Folgen.

Bis zu 80% der Biomasse an Insekten sind in den vergangenen Jahren verschwunden.

Das ist ein ernst zu nehmendes Signal dafür, dass sich in der Landwirtschaftspolitik und bei der Agrarförderung dringend etwas ändern muss, wenn wir den Verlust der biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft noch stoppen wollen.

Die Ursachen für die teils dramatischen Verschlechterungen in der Agrarlandschaft stehen in einem engen Zusammenhang mit einer hoch intensiven Landwirtschaft. Dies wird heute von (fast) niemanden mehr ernsthaft bestritten. Mehr als die Hälfte der Landkreisfläche (57 000 ha) wird landwirtschaftlich genutzt. Schon alleine daraus resultiert eine entsprechend hohe Verantwortung der Landwirtschaft!

Wir brauchen eine ökologische, bäuerliche Landwirtschaft, welche unsere Umwelt schont, unsere Lebensgrundlagen erhält und unsere Tiere als Mitgeschöpfe achtet! Vor allem brauchen wir eine deutliche Reduzierung der Pflanzenschutzmittel und der Stickstoffüberschüsse.

Fruchtbare Böden stellen für Menschen, Tiere, Pflanzen und für die Ökosysteme insgesamt eine der wichtigsten Lebensgrundlage dar. Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, trotzdem gehen wir oft sehr verschwenderisch und verantwortungslos damit um.

Auch unsere Gewässer leiden extrem. Nur 10 % der deutschen Oberflächengewässer sind in einem guten ökologischen Zustand. Durch Erosion und Abschwemmung gelangen neben wertvollem Humus, auch Stickstoff, Phosphor und Pestizide in unsere Flüsse und Bäche. Nicht umsonst stehen auch 90% unserer Fischarten auf der roten Liste!

Auch der Blick ins Grundwasser ist ernüchternd: Der chemische Zustand von 26 % der deutschen Grundwasserkörper ist u.a. aufgrund zu hoher Nitratgehalte schlecht.

Wir wollen ein sauberes Trinkwasser und lebendige Bäche und Flüsse!

 

Darüber hinaus setzen wir uns für eine dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien, für eine enkeltaugliche Verkehrspolitik und für den Klimaschutz ein!

Natur- und Umweltbildung sind uns ebenso wichtig!

Jedes Jahr führt die BN Kreisgruppe zahlreiche Exkursionen in die Natur unseres Landkreises durch.

Mit „Radula“ Naturabenteuer erleben!

Seit 2005 betreibt die BN Kreisgruppe Umweltbildung für Kinder und Jugendliche in den Kindergärten und Schulen.

Pro Jahr führt das Radula Team an durchschnittlich 100 Terminen ca. 2000 Kinder spielerisch in die Natur ihrer Heimat. Insgesamt waren es über die Jahre (bis 2018) fast 28 000 Kinder und Jugendliche.

Dass dies in solchem Umfang möglich ist, verdanken wir nicht zuletzt der finanziellen Förderung durch das bayerische Umweltministerium.

Machen Sie bei uns mit!

Als unabhängiger Naturschutzverband mit bayernweit ca. 230 000 Mitgliedersind wir auch weiterhin auf Ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Die KG Kelheim hat derzeit etwa 2000 Mitglieder im Landkreis Kelheim und verfügt über 5 Ortsgruppen.

Damit wir uns auch zukünftig kraftvoll für die Natur und Umwelt vor Ort einsetzen können suchen wir noch dringend neue Mitglieder und aktive Mitstreiter.      

 

Die Kreisvorstandschaft der BN KG Kelheim

     M. Krieger, P. Forstner, R.Kiermeyer, D. Viertaler, S. Sibrich, K. Pöppel

Bei den letzten Neuwahlen 2017 wurde der bisherige 1. Vorsitzende Peter Forstner eindrucksvoll bestätigt. Neu als sein Stellvertreter wurde Konrad Pöppel aus Mainburg gewählt. Für die Finanzen ist die neugewählte Schatzmeisterin Regina Kiermeyer aus der BN Geschäftsstelle zuständig.

Geschäftsstelle in Abensberg

Für Rückfragen und Informationen zu Programmen, Aktionen und Veranstaltungen der Kreisgruppe stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

In unserer Geschäftsstelle in Abensberg

Öffnungszeiten:

Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr

BN Kreisgruppe Kelheim         

93326 Abensberg  Ulrichstr. 5

Tel. 09443 / 918017

E-Mail: bn.kelheim@t-online.de