Gibt es zwei Radula Projekte im Landkreis Kelheim?

Zu unserer Überraschung mussten wir als Bund Naturschutz feststellen, dass es unter der Leitung von Frau Michaela Marx (vormals Schlosser) aus Train ein zweites „Radula“ gibt.

12.07.2019

Seit nunmehr 14 Jahren betreibt die Kreisgruppe Kelheim des Bund Naturschutz, in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Kelheim, sehr erfolgreich Natur- und Umweltbildung im Landkreis Kelheim.

Der Name Radula wurde 2005 erstmals von der Dipl. Biologin Christine Linhard für den ersten Radula Flyer verwendet. Seitdem steht der Name „Radula“ auch für die Natur- und Umweltbildung im Landkreis Kelheim. Zehntausende von Kindern und Jugendlichen, an den Kitas und Schulen, aber auch viele Erwachsene, begleitete Radula über 14 Jahre in die Natur und brachte diese spielerisch den Teilnehmern näher. Die persönlichen Naturerlebnisse und Naturabenteuer in der heimatlichen Natur, vor Ort, spielen dabei schon immer eine große Rolle. Radula ist nicht nur ein Name - es steckt auch eine Grundidee dahinter!

Die jährlichen Schwerpunktthemen von Radula waren dabei meist direkt eng mit denen der BN Kreisgruppe verbunden. Beispiele der letzten Jahre hierfür waren Themen wie: Wildnis – „Die großen Vier“, der Erhalt der Artenvielfalt und das Insektensterben. Auch im Jahr 2019 bietet Radula dank der Unterstützung durch das Bayerische Umweltministeriums, wieder ein vielfältiges Naturerlebnisprogramm an. Seit der ersten Stunde erhält Radula, auf jährlichen Antrag und Qualitätsprüfung, diese Förderung. Insgesamt dürfte diese bisher weit über 300 000 Euro betragen. Dies zeigt die Wertschätzung für diese Art der Umweltbildung im Ministerium, aber auch die hohe fachliche Qualität dieser Umweltbildung und die der Mitarbeiter des gesamten Radula Teams.

Der Eigenmittelanteil (10%) beträgt jährlich ca. 2000 bis 3000 Euro und wird anteilig von den Projektträgern BUND Naturschutz KG Kelheim und Landschaftspflegeverband Kelheim getragen. Über die Jahre war diese Art der Umweltbildung, also den Trägern, weit über 30 000 € wert.

Zum überwiegenden Teil fließen diese Fördermittel, in die vom Ministerium vorgegebenen Honorare, für die Biologen und Umweltpädagogen des Radula Teams. Dafür erwarten wir als Projektträger, im Interesse unserer „Kundschaft“, eine gute Arbeit.

Zu unserer Überraschung mussten wir als Bund Naturschutz nun feststellen, dass es unter der Leitung von Frau Michaela Marx (vormals Schlosser) aus Train ein zweites „Radula“ gibt.

Frau Marx verließ zu Jahresanfang auf eigenen Wunsch das Radula Team des Bund Naturschutz und betreibt nunmehr, offensichtlich unter „falscher Flagge“ (Radula) segelnd, auf eigene Rechnung Umweltbildung.

In einem Pressebericht in der „RUNDSCHAU“ macht sich Frau Marx „mit Radula so einfach selbstständig“ - dies ist schon etwas dreist. Auch ihre unfairen Aussagen gegenüber ihren ehemaligen Vertragspartnern, die ihr immerhin über mehrere Jahre ein Einkommen und die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Art der Umweltbildung gaben, sind nicht in Ordnung.

Dass eine ehrenamtlich arbeitende BN Kreisgruppe, mit einem Jahresetat von 12 000 €, sich keine festangestellte Umweltpädagogin leisten kann, steht außer Frage und sollte auch von Frau Marx akzeptiert werden. Für Rücksicht auf ihre ehemaligen Kolleginnen ist wohl auch kein Platz mehr.

Das Verhalten von Frau Marx spiegelt aus unserer Sicht ihren ausgeprägten „Geschäftssinn“ wieder. Auf Grund ihrer fachlichen Qualitäten hat die BN Kreisgruppe leider viel zu spät erkannt, dass sich ein derartiger „Geschäftssinn“ auf Dauer nicht mit dem Selbstverständnis eines ehrenamtlich arbeitenden Naturschutzverbandes verträgt.

Aus rechtlicher Sicht werden wir wohl mit dem „Namensklau“ leben müssen, denn niemand von Seiten des BN hat jemals mit einem derartigen Fall gerechnet und den Namen schützen lassen.

Unsere Grundidee von Radula lassen wir uns jedoch nicht klauen. Das Original Radula Team wird 2019 trotzdem weiterhin hochmotiviert und bestärkt durch die sehr guten Bewertungen von Seiten der Kitas und Schulen, Umweltbildung für den Landkreis Kelheim betreiben.

Wie diese im Jahr 2020 aussehen wird lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

 

Peter Forstner

BN Kreisvorsitzender