Amphibienaktionen

„Hochzeit mit Hindernissen“

Mit dem Vorfrühling kommen die „Kröten“

Bilanz und Zusammenfassung der Amphibienaktion 2016 - siehe!

Bilanz und Zusammenfassung der Amphibienaktion 2015 - siehe!

Bilanz und Zusammenfassung der Amphibienaktion 2014 - siehe!

Sobald die Temperaturen im Frühjahr milder werden beginnt jedes Jahr von Neuem eines der großen Naturschauspiele unserer Heimat. Tausende von Fröschen, Kröten und Molchen erwachen aus der Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren traditionellen Laichgewässern. Doch der Weg zur Fortpflanzung endet oft mit dem Tod auf der Straße. Die Verluste sind dabei enorm. Selbst an weniger stark befahrenen Straßen lassen jedes Frühjahr tausende Kröten ihr Leben.

Deshalb sind in diesen Wochen die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz und der Tierhilfe an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutzes in Kelheim hat zum Schutz der wandernden Amphibien mit der finanziellen Unterstützung der Regierung von Niederbayern mehrere 100 Meter Krötenschutzzaun an verschiedenen Wanderrouten der Amphibien über den ganzen Landkreis errichtet.

Der BUND Naturschutz bittet um Ihre Mithilfe: Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist?

Bitte teilen Sie dies dem BN mit per Mail an: bn.kelheim@t-online.de

Die BN Kreisgruppe Kelheim wird den Straßenabschnitt schnellstmöglich untersuchen.

Jeder Einzelne kann etwas tun!

Foto: Herbert Stadelmann
Foto: Herbert Stadelmann

Der BUND Naturschutz bittet alle Autofahrer deshalb in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen.

Achten Sie an den Stellen, an denen ehrenamtliche Mitarbeiter des BUND Naturschutz Krötenzäune errichtet haben, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

Denken Sie daran, dass vor allem warme, regnerische Abende die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise zur Laichwanderung locken.

Wenn man dennoch auf wandernde Amphibien trifft sollte man sich und andere Verkehrsteilnehmer auf keinen Fall durch riskante Lenkmanöver und Vollbremsungen in Gefahr bringen.

Es hilft viel wenn man im gefährdeten Straßenabschnitt die Fahrgeschwindigkeit auf ca. 30 km/h absenkt. Viele Amphibien sterben nämlich beim überfahren auch dann, wenn sie gar nicht von den Reifen überrollt werden. Bei Hoher Geschwindigkeit entsteht unter dem Fahrzeug ein für Frösche und Kröten tödlicher Druck.

Pestizide gefährden Amphibien

Gerettet und dann vergiftet?  –  Für Tiere wie Kröten und Frösche wurde die tödliche Gefahr durch Pestizide bisher unterschätzt.

Die BN Kreisgruppe Kelheim betreut nun schon seit Jahren etwa zehn „Krötenzäune“.

An manchen Stellen wurden bis zu tausend Amphibien über die Straße gebracht.

Von Jahr zu Jahr wurden sie dann ohne erkennbaren Anlass weniger bis hin zum vollständigen verschwinden.

Dies mag zum Einen am fortschreitenden Verlust von Lebensräumen und der jeweiligen Art entsprechenden Laichgewässer liegen. Eine weitere Erklärung dafür scheint aber auch der erhebliche Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu sein.  

Amphibien zählen zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen weltweit. Als eine mögliche Ursache wird die Intensivierung der Landwirtschaft diskutiert. Beispielsweise werden rund 50 Prozent der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt, 70 Prozent davon (zirka 130.000 Quadratkilometer) waren Ackerflächen mit entsprechenden Pestizidanwendungen.

Amphibien werden landläufig meist mit Gewässern in Verbindung gebracht. Dabei leben die meisten europäischen Lurche außerhalb der Laichzeit in terrestrischen Lebensräumen.

Auf dem Weg zu ihren Laichplätzen wie Teiche oder Feuchtgebiete müssen Amphibien im Frühjahr oft Ackerflächen durchqueren. In einer im Auftrag des Umweltbundesamtes und 2013 veröffentlichten Studie konnten Wissenschaftler bereits nachweisen, dass die gebräuchlichen Pestizide zu direkter Mortalität bei Amphibien führen.

Wie groß die eigentlichen Effekte bei der zeitlichen Überschneidung von Laichwanderung und Pestizideinsatz tatsächlich sind, ist noch unklar und bedarf weiterer Forschung.

Denn bislang wurde in Laborstudien die Toxizität von nur wenigen Pestiziden untersucht.

Erste Ergebnisse zeigten jedoch, dass unter Laborbedingungen manche Pestizide bei vollen Anwendungsmengen zu einer Sterblichkeitsrate von 100 Prozent, andere bei nur 10 Prozent der Menge bereits  40 Prozent Sterblichkeit bewirkten.

Zudem wurde nur ein Zeitraum von zwei Jahren untersucht. Man geht davon aus, dass mögliche Effekte der Pestizide sich erst nach einer größeren Zeitspanne auf die Populationsgröße auswirken.